Veranstaltung zur Systemakkreditierung

Am Donnerstag, den 18.07., fand die Veranstaltung zur Systemakkreditierung statt. Dabei stellten Frau Dr. Strübel und Herr Dr. Domeyer vom ZQS das derzeitige Konzept vor und waren sehr bemüht auf die Fragen und Anliegen der Studierenden einzugehen. In kleiner Runde gelang ein intensiver und konstruktiver Austausch, der auf jeden Fall weitergeführt werden soll. Wir werden euch hier auf dem Blog über weitere Veranstaltungen zum Thema informieren.

Nach den Beschlüssen in Senat und Präsidium wird noch im Juli ein Vertrag mit ACQUIN geschlossen, um die Akkreditierung der Hochschule voranzubringen. Bereits bis November sollen dann erste Entwürfe und eine Ordnung vorliegen und bis Ende des Jahres QM-Zirkel und LQL-Reviewteam besetzt sein, um mit der Arbeit zu beginnen. Im Mai 2016 soll dann ein erstes Pilotverfahren starten.

Das Verfahren der Systemakkreditierung der Leibniz Universität Hannover soll sich an bereits bestehenden Prozessabläufen anderer Hochschulen orientieren, dennoch sehr individuell ausgestaltet werden. Der Prozess soll sich in drei Ebenen gliedern, bei denen jeweils Studierende beteiligt werden sollen.

Die erste Ebene wird eine datengestützte Qualitätsüberprüfung darstellen. Hier sollen erhobene Daten jährlich fortlaufend ausgewertet und bewertet werden. Diese bilden die Grundlagen für die weitere Arbeit. Diese Umfrage- und Evaluationsdaten werden bereits jetzt gesammelt, um ein Feedback der Studierenden zu erhalten und sollen dann den studentischen Vertreterinnen in den QM-Zirkeln auch vollständig zugänglich gemacht werden.

Auf einer weiteren Ebene wird es überwiegend um Rückkopplung und Dokumentation gehen. Ebenfalls jährlich sollen die sogenannten QM-Zirkel Gespärche mit Studierenden, Dekan*innen und anderen Beteiligten führen und Protokolle anfertigen. Nach drei Jahren soll hier ein Zwischenbericht entstehen und nach sechs Jahren dann ein Bericht zur Lehre als Grundlage für das weitere Verfahren. Die sogenannten QM-Zirkel bilden im Idealfall die Studienkomissionen und sichern so eine starke studentische Beteiligung. Da dies durch die gegebenen Strukturen nicht überall möglich sein wird, dürfen die Fakultäten auch andere oder neue Gremien mit diesen Aufgaben betrauen. Hierfür muss jedoch eine Mindestanzahl von Studierenden gewährleistet sein. Ähnlich wie in den Studienkommissionen würden wir hier eine studentische Beteiligung mit über 50% der Stimmen begrüßen. Derzeit ist nur ein Minimum von 25% vorgesehen.

Die letzte Ebene greift dann nur alle 6 Jahre und beinhaltet das eigentliche Verfahren. Hier werden zahlreiche Akteure tätig. Externe Gutachter*innen, das LQL-Review-Team und das Präsidium werden zentrale Akteure sein. Hierbei sind Frau Dr. Strübel und Herr Dr. Dohmeyer bereits auf die im Senat vorgebrachten Punkte eingegangen. So wird es vorgesehen sein, dass das LQL-Reviewteam bei Bedarf zusätzlich zu den Studierendengesprächen mit den Vertreter*innen der Evaluationseinheit weitere Studierende anhört und die Studierenden haben innerhalb der Kommission ein Drittel der Stimmen. Auch kann das aus allen Statusgruppen besetzte LQL-Review-Team nicht übergangen werden. Im Konfliktfall, das heißt bei unauflösbaren Widersprüchen zwischen Evaluationseinheit, LQL-Reviewteam oder Präsidium wird es anschließend an die Systemakkreditierung eine Programmakkreditierung geben.

Mit dieser Aufgabenvielfalt handelt es sich beim LQL-Review-Team damit um das equvivalent zur Gutachter*innengruppe bei der Programmakkreditierung. Der Arbeitsaufwand dürfte vergleichbar sein, denn ähnlich wie bei der Programmakkreditierung müssen Gespräche geführt, der Antrag der Evaluationseinheit bewertet und über Änderung beraten werden. Ggf. muss in Nachverhandlungen mit Präsidium oder Evaluationseinheit getreten werden. Das kann mehrere Tage in Anspruch nehmen, mal abgesehen von der Vorbereitung. Das ist ein nicht unwesentlicher Arbeitsaufwand, der deshalb im bisherigen Programmakkreditierungsverfahren mit 500-800€ pro Akkreditierung vergütet wird.

Das ist für die Systemakkreditierung an der LUH nicht vorgesehen. Wie sich bei der Veranstaltung und späteren Gesprächen heraustellte, lehnt es das Präsidium ab die Arbeit im LQL-Review-Team zu vergüten. Mit der Begründung, dass andere Gremienarbeit auch ehrenamtlich geleistet wird. Das halten wir für eine hanebüchene Begründung, wird hier doch eine Aufgabe, die zuvor entlohnt wurde, als unbezahlte Mehrarbeit an die Mitglieder der Universität delegiert. Das Präsidium kann hier aber nicht einfach erwarten, dass Studierende jede Aufgabe einfach umsonst erledigen, nur weil irgendeine neue Struktur eingerichtet wurde. Schon heute haben wir Probleme genug Aktive für die bestehenden Gremien zu bekommen. Ein entscheidender Punkt daran ist, dass das ehrenamtliche Engagement immer auch mit möglicher Lohnarbeit abgewogen werden muss. Ein Gremium vom Arbeitsaufwand des LQL-Review-Team wird daher nur bei entsprechender Entlohung zu schaffen sein.

Die andere Frage, die bisher noch offen ist, ist die Schulung der Studierenden. Hier würden wir uns wünschen, dass diese ähnlich der Programmakkreditierung durch die Studierendenschaft angeboten wird. Auch noch offen blieb die Frage, auf wie viele Studierende diese Arbeit aufgeteilt werden muss, um ein „normales“ Studium nebenbei zu ermöglichen und wer die Studierenden in das LQL-Review-Team entsendet. Hier würden wir uns eine große Anzahl Studierender verschiedener Fachrichtungen wünschen, die im Idealfall durch den StuRa deligiert werden.

Als Fazit kann man also festhalten, dass bei dem derzeitigen Vorschlag zur Systemakkreditierung vieles gut ist, aber auch ein wichtiger Punkt nicht beachtet wurde. Solange nicht klar ist, dass die Arbeit, die die Systemakkreditierung bedarf auch entlohnt wird, solange werden wir dieser Systemakkreditierung nicht zustimmen.

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