Systemakkreditierung/Programmakkreditierung?

An der Leibniz Universität gibt es zur Zeit Bemühungen hin zu einer Systemakkreditierung. Dazu wird es am 16.7. eine Informationsveranstaltung der studentischen Senator*innen und der Kritischen Liste geben. Doch, um was geht es da überhaupt?
Akkreditierungsverfahren sind seit den Bologna-Reformen für alle Studiengänge oder auch für ganze Universitäten Pflicht. In diesen Verfahren soll regelmäßig die Qualität der Studiengänge geprüft und sichergestellt werden und auch im Rahmen der durch das Bachelor-Master-System angestrebten Vereinheitlichungen eine gewisse Vergleichbarkeit hergestellt werden. Dabei geht es dann um Fragen wie Studierbarkeit oder auch Wirtschaftlichkeit. Diese Verfahren laufen sehr unterschiedlich ab und es resultieren meist mehr oder weniger sinnvolle Forderungen und Auflagen.
Im üblichen Verfahren der Programmakkreditierung, wird die Überprüfung der Studiengänge durch externe Agenturen durchgeführt, die als Vereine nicht gewinnorientiert arbeiten. Das Schema ist zwar bei allen Agenturen das selbe doch die Ergebnisse können sehr unterschiedlich ausfallen und die Erfahrungen der Fakultäten mit diesen variieren stark. Auch die Studierenden werden am Prozess beteiligt und unabhängig befragt. Dabei sind mindestens 25% der Gutachter*innen aus der Gruppe der Studierenden.
Immer mehr Universitäten stellen die Akkreditierungsverfahren um auf eine Systemakkreditierung. Dabei wird die Universität überprüft, ob sie in der Lage ist die Akkreditierungen der Studiengänge selbst durchzuführen. Hierbei muss die Universität über eine geeignete Struktur verfügen, die sie jedoch selbst ausgestalten kann. Das bietet auch Chancen einer starken studentischen Beteiligung, jedoch besteht gleichzeitig die Gefahr einzelne Statusgruppen zu übergehen. Entscheidend dafür ist die Ausgestaltung des Verfahrens an der Hochschule. Hierbei muss an vielen Stellen darauf geachtet werden die Unabhängigkeit der Prozessbeteiligten sicherzustellen, damit nicht eigene Interessen das Verfahren beeinflussen oder Personen/Instanzen in einen Interessenskonflikt geraten. Gerade beim Präsidium kann dies der Fall werden. Kostentechnisch würde der Aufbau einer universitätseigenen Struktur teurer werden als das bisherige, externe Prozedere, diese könnte jedoch die Entwicklung von Studiengängen auch dauerhaft begleiten und reflektieren.
Beide Verfahren weisen Chancen und Risiken auf, über die es genau abzuwägen gilt. Bei der Systemakkreditierung sind diese meist noch von der individuellen Ausgestaltung abhängig. Der Senat wird darüber vermutlich in seiner Sitzung im Oktober abstimmen. Bis dahin möchten wir dieses Thema und das Konzept zur Systemakkreditierung in Hannover mit euch diskutieren, um die Interessen der Studierenden möglichst gewichtig in das Verfahren einzubeziehen. Dazu werden Frau Strübel und Herr Domeyer vom ZQS, die maßgeblich am Konzept für die LUH mitgearbeitet haben, dieses vorstellen und versuchen Fragen zu beantworten. Die Veranstaltung findet am 16.7. um 13 Uhr in Raum 909 des Conti-Hochhauses statt. Für alle, die unter anderem durch das Sommerfest verhindert sind, wird versucht noch einen weiteren Termin anzubieten.

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