Stellungnahme zum Preis für exzellente Lehre

Sehr geehrte Senatorinnen und Senatoren
sehr geehrter Herr Prof. Dr. Epping,
sehr geehrtes Präsidium,
sehr geehrte Damen und Herren,

bei der letzten Sitzung des Senats wurde berichtet, dass sich die Kriterien und das Vergabeverfahren des Preises für Exzellente Lehre ändern.

Der Preis soll Lehrende auszeichnen, die sich besonders in der Lehre engagieren. So löblich dieses Ziel ist, steht der Preis doch seit Jahren in der Kritik. Und zwar in der Kritik derjenigen, in deren Namen er eigentlich vergeben werden soll. Den Studierenden. So wurden wiederholt die Versuche kritisiert, den Preis nur an Hochschullehrer und Hochschullehrerinnen zu vergeben. Auch waren die bisherigen Kriterien völlig unzureichend, da sie praktisch nicht vorhanden waren. Es drängte sich jährlich der Eindruck auf, dass es hier nicht darum ging, aus dem Kreise der Studierenden besondere Leistungen in der Lehre zu honorieren, sondern als Universität einen solchen Preis zu haben und möglichst an Flaggschiffe in der Professorenschaft zu vergeben.

Dieser Widerspruch spiegelte sich auch in der formalen Vergabe wieder. Einige Fachschaften boykottierten den Preis oder beteiligten sich erst gar nicht. Und die abschließende Vergabe des Preises in der Lehrkommission wurde in den letzten Jahren gegen die Stimmen der Studierenden beschlossen.

Aus der Studierendenschaft kamen mehrfach Widersprüche zu diesem Vergabeverfahren, das einen Preis für exzellente Lehre eigentlich adadsurdum führt. Als Lösung wurde von den studentischen Vertreterinnen in der Lehrkommission vorgeschlagen den Preis in Zukunft durch den Studentischen Rat zu vergeben.

Doch anstatt eine Diskussion über die Inhalte eines Preises für Lehre zu führen, wurden die studentischen Vertreterinnen in der Lehrkommission angegriffen und verbal „fertig gemacht“, weil sie es gewagt hatten den Preis öffentlich zu kritisieren. Anstatt inne zu halten und zu hinterfragen, warum ausgerechnet die Studierenden seit Auslobung des Preises diesen mit Kritik und Ablehnung überziehen, wurde darauf einfach nicht eingegangen.

Wie wir auf der letzten Senatssitzung erfahren mussten, ist das Präsidium jetzt sogar einen Schritt weiter gegangen. Die Endscheidung, wer den Preis erhält, wird nun alleine durch das Präsidium getroffen. Auch der Wunsch, mit dem Preis vor allem nicht Hochschullehrer*innen zu würdigen, wurde weggewischt und dieser wird fortan nur noch an diese vergeben. Dass die StuKos die Kandidat*innen Vorschlagen dürfen, ist wohl der Notwendigkeit geschuldet, zumindest noch ein Feigenblatt studentischer Beteiligung zu erhalten.

Liebes Präsidium, lieber Herr Epping,

Universität ist die Einheit von Forschung und Lehre und wir Studierende damit integraler Bestandteil dieser Institution. Schlimm genug, dass die Universität trotzdem in einer Art Ständedemokratie verwalten wird, scheint Ihnen das doch nicht Demütigung genug zu sein.

Wenn Sie nichts auf unsere Urteilsfähigkeit geben, dann seien sie wenigstens so ehrlich und schließen Studierende komplett von dem Prozess der Preisvergabe aus. Wenn es für das Image der LUH und den guten Ton auf dem Neujahrsempfang so wichtig ist, einen solchen Preis zu haben, benennen Sie ihn um. Etwa in: „Eine weitere Auszeichnung für Professoren“. In ihrer aktuellen Konzeption spottet der Inhalt dieses Preises jedenfalls seinem derzeitigen Namen.

Sollte bei Ihnen jedoch ein Umdenken einsetzen, oder sie ein Interesse an dem Urteil der Studierenden haben, dann Überlassen Sie die Vergabe und Ausarbeitung der Kriterien der neuen Kommission für Lehre oder dem Studentischen Rat.

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